Exponat JT-0518 · Ebene 5
Kreiselkompass
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Ein rotierender Kreisel findet den Norden ohne Magnetfeld.
Ein schnell drehender Kreisel hält die Richtung seiner Achse im Raum fest. Ist die Achse an die Waagerechte gebunden, richtet die Erddrehung sie langsam in die Nord-Süd-Linie aus. Beides zeigte Léon Foucault 1852 in Versuchen und nannte das Gerät Gyroskop, nach griechischen Wörtern für Drehung und Sehen. Die Erddrehung hatte er schon 1851 mit einem Pendel gezeigt, wie es auf Ebene 1 hängt.
Beim Kreiselkompass liegt der Schwerpunkt unter der Aufhängung. Kippt die Achse, erzeugt die Schwerkraft ein Drehmoment, das sie in die geografische Nordrichtung lenkt. Diese richtende Kraft ist am Äquator am größten und sinkt zu den Polen hin auf null.
Auf Kriegsschiffen schränkten Stahlwände und Panzerungen den Magnetkompass ein. Hermann Anschütz-Kaempfe wollte 1901 sogar mit einem Unterseeboot zum Nordpol. Dafür entwickelte er einen Kreiselkompass, den seine Firma in Kiel baute. Im März 1908 lief das Gerät auf dem Marineschiff „Deutschland“ vier Wochen ohne Unterbrechung. Als Elmer Sperry einen eigenen Kreiselkompass auf den Markt brachte, klagte Anschütz-Kaempfe 1914 wegen Patentverletzung. Das Gericht bestellte Albert Einstein als Gutachter, und Anschütz-Kaempfe gewann den Prozess. Später arbeitete Einstein am Kugelkompass mit, dessen Kreisel in einer geschlossenen Kugel sitzen. Für eine eigene Idee dazu erhielt er viele Jahre Lizenzgebühren.
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Kein Magnet. Nur ein Kreisel, der sich schnell dreht — und immer nach Norden zeigt. So finden Schiffe ihren Weg.
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